Asiatische Hornisse erkennen und bekämpfen: So handeln Sie richtig

Erfahren Sie in diesem Artikel ob die Asiatische Hornisse gefährlich ist, wie Sie die Hornisse erkennen können und warum sie Bienen bedroht.

Asiatische Hornisse: So handeln Sie richtig

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich seit einigen Jahren zunehmend in Deutschland aus. Viele Menschen sind unsicher: Wie erkennt man diese Hornisse? Ist sie gefährlich? Was tun bei einem Nest im Garten oder am Haus? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen zur Erkennung, Einschätzung der Gefährdung und der fachgemäßen Bekämpfung.

Inhaltsverzeichnis

Wie erkenne ich eine Asiatische Hornisse?

Aussehen & Merkmale

Asiatische Hornissen zeigen je nach Kaste unterschiedliche Größen: Königinnen erreichen bis zu 30 mm, Arbeiterinnen messen zwischen 17 und 24 mm, und Männchen wachsen auf etwa 21 bis 28 mm heran. Sie tragen einen fast schwarzen Brustbereich, einen orangefarbenen Kopf und einen charakteristischen orange-gelben Ring am Hinterleib. Ihre Beine zeigen sich zweifarbig – oben schwarz, an den Enden gelb. Ihre Flügel wirken leicht rauchgrau und ragen deutlich über den Körper hinaus. Insgesamt erscheinen Asiatische Hornissen deutlich dunkler als Europäische Hornissen.

Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) übertrifft die Asiatische Hornisse meist in der Größe: Königinnen wachsen auf bis zu 40 mm, Arbeiterinnen erreichen bis zu 25 mm und Männchen bis zu 28 mm. Sie trägt eine überwiegend gelb-braune Färbung, kombiniert mit einem rötlich-braunen Kopf und Brustbereich. Vor allem der Hinterleib der Europäischen Hornisse hat deutlich mehr gelbe Partien als der, der Asiatischen Hornisse. Ihre Beine sind, wie der Kopf- und Brustbereich rötlich-braun. Europäische Hornissen vertilgen zahlreiche schädliche Insekten und zeigen ein friedliches Verhalten, deshalb gelten sie als nützliche und schützenswerte Art und stehen nach Bundesartenschutzverordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz unter besonderem Schutz.

Europäische Hornisse

Nahrung und Nestentwicklung

Die Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse suchen vor allem nach süßen Substanzen wie Baumsäften, Nektar oder Fallobst, um sich zu ernähren. Für die Versorgung ihrer Larven jagen sie hingegen eiweißreiche Beute, dazu zählen zahlreiche Insekten, zunehmend aber auch Honigbienen.

Im Frühherbst, zur Hochphase der Volksentwicklung, beherbergt ein Nest der Asiatischen Hornisse meist zwischen 1.000 und 2.000 Tiere. Asiatische Hornissen bauen ihre Nester vorwiegend rundlich bis tropfenförmig, mit papierartiger Struktur in grau-brauner Farbe. Typische Standorte sind Baumwipfel, Dachstühle, Garagen oder Gebäudefassaden. Je nach Platzangebot kann ein Nest etwa 75 x 70 cm groß werden. Charakteristisch ist die geschlossene Unterseite des Nests und ein seitlich gelegenes Flugloch. Wenn der Platz im Hauptnest nicht mehr ausreicht, errichten die Tiere oft eine zweite Nestkammer, überwiegend ganz in der Nähe. Diese befinden sich überwiegend weit oben in Bäumen, wodurch die Nester oft erst im Herbst oder Winter entdeckt werden, wenn die Bäume ihre Blätter verlieren.

Im Gegensatz zur Asiatischen Hornisse sucht die heimische Europäische Hornisse wettergeschützte Hohlräume für den Nestbau, etwa Dachböden, Rollladenkästen, Astlöcher oder Baumhöhlen. Ihre Nester bleiben deutlich kleiner und umfassen meist bis zu 700 Tiere. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Das Einflugloch befindet sich typischerweise an der Unterseite des Nests, nicht seitlich wie bei der Asiatischen Hornisse.

Ist die Asiatische Hornisse gefährlich?

Bei der Asiatischen Hornisse, die hier in Deutschland anzutreffen ist, handelt es sich nicht um die Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia). Letztere macht vor allem in den USA Schlagzeilen und kann auch für Menschen gefährlich werden. Sie ist aber in Europa bislang nicht anzutreffen.

Die Asiatische Risenhornisse zeigt sich größtenteils scheu und meidet den Kontakt zu Menschen. Sie sticht in der Regel nur, wenn sie sich selbst oder ihr Nest bedroht fühlt. Einzelne Tiere, die auf Nahrungssuche unterwegs sind, stellen kein erhöhtes Stichrisiko dar. Befindet sich das Nest jedoch in der Nähe von Wegen oder Gebäuden, kommt es häufiger zu Stichen, vor allem dann, wenn sich Menschen unabsichtlich stark nähern und die Tiere das als Gefahr wahrnehmen.

Allergiker sollten sich auch bei der Asiatischen Hornisse in Acht nehmen – vor ihrem Gift geht eine Gefahr wie von anderen Hornissen, Bienen oder Wespen aus. Auch bei Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem ist Vorsicht geboten. Alle anderen Personen haben in der Regel von einem Stich der Asiatischen Hornisse keine schwerwiegenden Folgen zu befürchten.

Wenn Sie eine Asiatische Hornisse also im Garten, auf dem Balkon oder unterwegs entdecken, bleiben Sie ruhig. Vermeiden Sie hektische Bewegungen oder das Schlagen nach dem Tier. Zwar besteht keine offizielle Meldepflicht mehr, Experten aber weiterhin jede Sichtung und jeden Nestfund an die zuständige Naturschutzbehörde Ihres Bundeslandes zu melden, um die Verbreitung und Population zu beobachten. Alle Informationen zu den jeweiligen Meldestellen finden Sie in unserem Beitrag zur Meldepflicht der Asiatischen Hornisse.

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Bedrohung für Bienen und unser Ökosystem

Die Asiatische Hornisse bedroht heimische Insekten massiv, besonders Honigbienen. Sie jagt gezielt vor Bienenstöcken, fängt einzelne Bienen im Flug und bringt die Beute in ihr Nest, um sie an ihre Brut zu verfüttern. Daher wird die Asiatische Hornisse auch häufig in direkter Umgebung von Bienenstöcken gesichtet.

Ein einziges Hornissenvolk kann im Verlauf eines Sommers Tausende Bienen töten und damit ganze Bienenvölker schwächen oder zu deren Kollaps führen. Wenn sich die Asiatische Hornisse unkontrolliert ausbreitet, kann das ökologische Gleichgewicht aus dem Lot geraten. 

Asiatische Hornisse bekämpfen

Seit dem 24. März 2025 gelten andere rechtliche Einordnungen für die Asiatische Hornisse, sie fällt damit nicht mehr in den Bereich der Früherkennung (Art. 16), sondern unter das Management der invasiven Arten (Art. 19). Dadurch besteht keine generelle Verpflichtung mehr, Nester durch öffentliche Stellen entfernen zu lassen. Dennoch besteht im Rahmen der Eindämmung weiterhin die dringende Empfehlung, die Asiatische Hornisse zu bekämpfen und ihre Nester zu entfernen.

Die Kosten für eine Nestentfernung, insbesondere auf Privatgrundstücken, übernehmen die Behörden weiterhin in den meisten Fällen.

Wichtiger Hinweis: Es gibt keine Fallen, die nur für die Asiatische Hornisse funktionieren. Solchen Fallen, die in der Regel auf die Jungköniginnen abzielen, locken genauso Königinnen von heimischen Hornissen und Wespen an. Daher sollte auf solche Fallen verzichtet werden. Sie werden auch vom NABU als nicht zielführend und kontraproduktiv eingestuft, obgleich sie von der Bundesregierung genehmigt wurden.

Warum eine eigenständige Bekämpfung gefährlich ist

  • Gesundheitsrisiken bei unsachgemäßen Eingriffen: Asiatische Hornissen zeigen ein aggressives Verhalten, wenn sie ihr Nest bedroht sehen. Ihre Stiche verursachen starke Schmerzen und können im Einzelfall, besonders bei Allergikern, gesundheitliche Risiken mit sich bringen.
  • Spezielle Ausrüstung und Vorgehensweise notwendig: Die Entfernung eines Hornissennests erfordert spezielle Schutzkleidung und professionelle Techniken. Nur geschulte Fachkräfte bringen die nötige Erfahrung mit, um Nester der Asiatischen Hornisse sicher, effizient und gesetzeskonform zu beseitigen. Laien sollten unter keinen Umständen selbst eingreifen.
  • Risiko für die Umwelt: Wer Nester unsachgemäß bekämpft, riskiert nicht nur das Scheitern der Maßnahme, sondern schädigt oft auch andere Insektenarten und das ökologische Gleichgewicht. Deshalb dürfen nur qualifizierte Experten die Bekämpfung übernehmen.

Fazit und Handlungsempfehlung

Das Wichtigste im Überblick

Sie können die Asiatische Hornisse an bestimmten Merkmalen erkennen, etwa an ihrer schwarz-gelben Färbung, dem seitlich gelegenen Einflugloch am Nest und ihrem auffälligen Jagdverhalten, insbesondere vor Bienenstöcken. Für den Menschen stellt sie meist keine direkte Gefahr dar.

Haben Sie einzelne Exemplare oder ein Nest gesichtet, melden Sie es gern bei der zuständigen Behörde oder beim NABU. Sollten Sie das Nest entfernen wollen, beauftragen Sie immer einen professionellen Kammerjäger und holen sich vorab die benötigte Genehmigung ein.

Sophie Scharrer

Schädlingsexpertin bei SchädlingsHero

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