Hornissen

Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist die größte und bekannteste Wespenart in Deutschland. Sie genießt den Ruf, hochgefährlich zu sein, ist aber entgegen der landläufigen Meinung weniger aggressiv als ihre kleineren Verwandten. Hornissen sind jedoch streng geschützt, was den Umgang mit ihnen juristisch komplex macht.

Größe
18-35 mm
Farbe
gelb-schwarz und rötlich
Gewicht
> 6g
Dringlichkeit
Hoch

Hornissen im Überblick

Sie haben ein auffällig großes Nest bemerkt und auch die Bewohner scheinen größer als normale Wespen? Dabei könnte es sich um Hornissen handeln. Das Wichtigste in diesem Fall ist: Hornissen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Die selbstständige Tötung, Fang oder Entfernung eines Nestes sind ohne behördliche Genehmigung verboten und kann hohe Bußgelder nach sich ziehen. Hier finden Sie alle relevanten Informationen, um richtig und sicher mit einer Nistsituation umzugehen.

Wissenswertes über Hornissen

Arten und Unterscheidbarkeit

Klasse
Insekten
Verbreitung
Europa, Asien, Nordamerika
Besondere Merkmale
Rötliche Färbung

Die in Deutschland heimische Art ist die Europäische Hornisse (Vespa crabro). Sie gehört zur Familie der Echten Wespen, unterscheidet sich jedoch stark von der Deutschen oder Gemeinen Wespe.

Unterschiede zu Wespen

Auf den ersten Blick können Hornissen mit großen Wespen verwechselt werden, doch es gibt deutliche Merkmale:

  1. Größe: Hornissen sind mit Arbeiterinnen von bis zu 2,5 cm und Königinnen von bis zu 3,5 cm weitaus größer und wuchtiger als Wespen (max. 1,7 cm).
  2. Färbung: Hornissen besitzen eine charakteristische rotbraune Färbung an Kopf und Brust. Das Hinterteil ist gelb-schwarz gestreift. Echte Wespen sind hingegen rein schwarz-gelb.
  3. Verhalten: Hornissen sind reine Jäger und ernähren sich von Insekten (auch Wespen). Sie zeigen im Gegensatz zu Wespen kaum Interesse an menschlicher Nahrung wie Kuchen, Limonade oder Grillfleisch und sind deutlich friedfertiger.
  4. Aktivität: Hornissen sind die einzige heimische Wespenart, die auch in der Dämmerung und nachts aktiv ist.

Zudem hat sich in Deutschland auch die Asiatische Hornisse ausgebreitet. Bisher kommt sie nur in vereinzelten Regionen, vor allem und West- und Süddeutschland vor. Sichtungen sind mittlerweile nicht mehr meldepflichtig, helfen aber bei der Beoabachtung der Ausbreitung. Mehr über die Asiatische Hornisse und Meldestellen für Ihr jeweiliges Bundesland finden Sie in unserem Ratgeber zur Asiatischen Hornisse.

Lebensweise und -zyklus

Ernährungstyp
Insektivor
Lebensdauer
Ca. 4 Wochen
Natürliche Feinde
Vögel

Hornissen sind staatenbildende Insekten mit einem einjährigen Zyklus. Die Königin gründet im Frühjahr den Staat, der im Sommer wächst und im Spätherbst, spätestens nach dem ersten Frost, abstirbt. Nur die Jungköniginnen überwintern und gründen im nächsten Jahr neue Völker.

  • Staatengröße: Hornissenvölker sind mit maximal 400 bis 700 Individuen relativ klein.
  • Nestbau: Die Nester bestehen aus zerkautem Holz (Pappmaché) und werden meist an dunklen, geschützten Orten gebaut, wie zum Beispiel Baumhöhlen, Dachböden, Schuppen, Gartenhäuser oder Rollladenkästen.
  • Vorteile: Hornissen vertilgen eine große Menge an Schadinsekten (Fliegen, Mücken, Raupen) und sogar lästige Wespen.

Gefahren durch ein Hornissennest

Entgegen dem Mythos, dass sieben Hornissenstiche ein Pferd und drei einen Menschen töten können, ist das Gift der Hornisse nicht toxischer als das von Bienen oder Wespen. Es ist chemisch sogar weniger aggressiv. Durch den größeren Stachel wird jedoch eine höhere Dosis injiziert, weshalb der Stich oft als schmerzhafter empfunden wird.

  • Aggressivität: Hornissen greifen nur an, wenn sie sich oder ihr Nest akut bedroht fühlen. Der Verteidigungsradius beträgt in der Regel nur 2 bis 6 Meter um das Nest.
  • Risiko für Allergiker: Die größte Gefahr besteht für Allergiker. Wie jeder Insektenstich kann auch ein Hornissenstich bei entsprechender Allergie einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock auslösen.
  • Nest an ungünstiger Stelle: Befindet sich das Nest an einem stark frequentierten Ort (z. B. Hauseingang, Balkon), steigt die Gefahr einer unbeabsichtigten Störung und damit das Stichrisiko.

Umsiedlung und rechtlicher Umgang

Aufgrund ihres strengen Schutzstatus dürfen Hornissen und ihre Nester weder getötet noch entfernt werden.

  • Bußgelder: Zuwiderhandlungen gegen das Schutzgesetz können mit hohen Bußgeldern (bis zu 50.000 €) geahndet werden.
  • Ausnahmen und Genehmigung: Eine Tötung oder Entfernung des Nestes ist nur in absoluten Notfällen (z.B. unmittelbare Gefahr für Allergiker, Kinder oder ältere Menschen) zulässig. Dies muss zwingend bei der zuständigen Naturschutz- oder Umweltbehörde beantragt und genehmigt werden.
  • Umsiedlung als Alternative: In den meisten Fällen wird eine Umsiedlung des Nestes an einen sicheren Ort (weit entfernt vom Menschen) durch geschultes Fachpersonal vorgenommen. Dies erfordert spezielle Sachkenntnis.

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